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Projektcontrolling

Kostencontrolling: Wer nicht steuert, verliert

Projekte, die on time und on budget enden, sind die Ausnahme. Kostencontrolling zeigt, warum das so ist und wie Projektdienstleister Kosten systematisch in den Griff bekommen.

Tanja Hartmann
Content Marketing Managerin
Person klebt Haftnotizen an einen Laptop-Bildschirm am Arbeitsplatz.
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Budget überschritten, Marge unter Plan, Kunden unzufrieden. In vielen Projektdienstleistern gilt das als unvermeidlich. Das ist ein Steuerungsproblem.

Wer Kostencontrolling nur als rückwärtsgewandte Buchhaltung versteht, steuert zu spät. Bis der Monatsabschluss zeigt, dass ein Projekt 20 % über Budget liegt, ist der Spielraum meistens aufgebraucht. Der Fehler liegt selten in der Kalkulation allein, sondern im fehlenden System, das laufend Soll und Ist abgleicht, Abweichungen früh sichtbar macht und Gegenmaßnahmen ermöglicht, bevor die Marge kippt.

Kostencontrolling im Projektgeschäft auf einen Blick:

  • Betrifft jedes Projekt mit projektbasierter Abrechnung: Time & Material, Festpreis, Retainer
  • Kernaufgabe: Geplante und tatsächliche Kosten kontinuierlich gegenüberstellen
  • Relevante Steuerungsgrößen: Projektbudget, Stundenkosten, Abrechnungsquote, Marge pro Projekt
  • Typische Problemstelle: Kosteninformationen verteilt auf Zeiterfassung, Excel, Buchhaltung und PM-Tool
  • Kaufmännische Folge: Projekte werden erst nach Abschluss auf Wirtschaftlichkeit bewertet

Was Kostencontrolling tatsächlich bedeutet

Kostencontrolling ist kein einmaliger Prozess, sondern ein fortlaufender Regelkreis. Er beginnt mit der Kalkulation vor Projektstart, setzt sich durch laufendes Monitoring fort und endet mit der abschließenden Bewertung, die als Grundlage für die nächste Kalkulation dient.

In der Praxis unterscheidet man drei Kernaufgaben:

  1. Kostenplanung: Auf Basis von Stundensätzen, Ressourcenbedarf und Leistungspaketen wird ein Projektbudget aufgestellt. Fehler hier wirken sich direkt auf die Marge aus.
  2. Kostenverfolgung: Während des Projekts werden tatsächlich angefallene Kosten laufend erfasst und gegen den Plan gestellt. Das setzt voraus, dass Zeitaufwände, Reisekosten und Fremdleistungen strukturiert und zeitnah vorliegen.
  3. Kostenanalyse und Steuerung: Abweichungen werden erkannt, bewertet und in Maßnahmen übersetzt. Dafür braucht es sowohl die richtigen Daten als auch die richtige Systemlogik.

Instrumente des Kostencontrollings umfassen unter anderem die Budget-Burn-Rate, Earned-Value-Analysen, Soll-Ist-Vergleiche auf Aufgaben- und Projektebene sowie rollierende Kostenhochrechnungen. Die Budget-Burn-Rate ist dabei für viele IT-Consultings und Beratungen der zentrale Frühindikator: Sie zeigt, wie schnell das Budget verbraucht wird, und erlaubt Rückschlüsse auf die voraussichtliche Fertigstellung.

Kostencontrolling Software unterstützt diese Prozesse dadurch, dass sie alle relevanten Datenpunkte auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführt und Auswertungen automatisiert. Wer dagegen mit Excel arbeitet, erzeugt Aufwand, den die meisten Projektorganisationen nicht dauerhaft tragen können.

Wo die Kosten in Projekten verschwinden

Der häufigste Grund für Budgetüberschreitungen ist fehlende Transparenz während der Projektlaufzeit. Falsche Kalkulationsannahmen spielen eine Rolle, aber das eigentliche Problem liegt im blinden Fleck zwischen Projektstart und Projektabschluss.

Zeiten werden zu spät oder unvollständig erfasst

Mitarbeitende buchen Stunden rückwirkend, vergessen Teilaufwände oder tragen pauschal ein, was erwartet wird. Das Ergebnis: Projektkosten werden systematisch unterschätzt, Abweichungen vom Budget werden erst Wochen nach dem Entstehen sichtbar.

Eine Befragung des Projektmanagement-Institut PMI zeigt, dass Projekte, die auf zeitnahe Ist-Daten verzichten, deutlich häufiger Budgetüberschreitungen erleiden als solche mit strukturierter wöchentlicher Erfassung.

Reisekosten und Fremdleistungen fallen aus dem Controlling heraus

Externe Dienstleister, Subunternehmer, Reise- und Spesenabrechnungen werden häufig getrennt vom eigentlichen Projektcontrolling erfasst. Das erzeugt Blindstellen, die in der Projektwirtschaftlichkeit nicht auftauchen, bis die Eingangsrechnung im Buchhaltungssystem landet.

Abrechnungsquoten werden nicht aktiv gesteuert

Nicht jede geleistete Stunde ist abrechenbar. Reise-, Rüst- und Abstimmungszeiten senken die Billable Rate, werden aber in vielen Organisationen nicht aktiv getrackt. Wer nicht weiß, wie hoch die tatsächliche Abrechnungsquote auf Projektebene ist, kann Margenprobleme nicht systematisch adressieren.

Kostenänderungen durch Change Requests werden nicht zeitnah nachgezogen

Gerade im IT-Consulting und Management Consulting entstehen während der Projektlaufzeit regelmäßig Leistungsänderungen. Change Requests werden vereinbart, aber im Budget nicht aktualisiert. Ergebnis: Planwerte spiegeln nicht mehr die reale Projektlogik wider, das Controlling verliert Aussagekraft.

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Kostencontrolling mit Excel: Warum das nicht skaliert

Viele Projektdienstleister starten mit Excel. Für ein, zwei Projekte funktioniert das. Ab einer gewissen Projektanzahl entsteht ein strukturelles Problem.

Excel-basiertes Kostencontrolling ist immer manuell gepflegt. Das bedeutet: Daten aus Zeiterfassungstool, Buchhaltung und PM-Tool werden exportiert, konsolidiert und in eine Reporting-Mappe überführt. Dieser Prozess kostet Zeit, erzeugt Versionsinkonsistenzen und ist fehleranfällig.

Hinzu kommt: Excel kann keine Echtzeitdaten liefern. Wer wissen will, wie ein Projekt gerade steht, bekommt den Stand von vor zwei Wochen. Frühwarnsysteme für Budgetüberschreitungen sind in Excel schwer abzubilden, weil die Datenbasis schlicht nicht aktuell genug ist.

Ein typisches Szenario: Ein Projektleiter erkennt im wöchentlichen Jour Fixe, dass das Team mehr Stunden aufgewendet hat als geplant. Er öffnet die Excel-Datei, aktualisiert die Werte manuell, rechnet den Restaufwand durch und sendet das Update ans Management. Das kostet pro Projekt und Woche mehrere Stunden Koordinationsaufwand, der direkt in die Gemeinkosten einzahlt.

Weitere strukturelle Schwächen beim Einsatz von Excel im Kostencontrolling:

  • Versionskonflikte entstehen, sobald mehrere Personen dieselbe Datei bearbeiten
  • Kostenstellen und Projektstrukturen müssen manuell synchron gehalten werden
  • Schnittstellen zu Buchhaltung oder Abrechnungssystemen fehlen, was zu doppelter Datenpflege führt
  • Auswertungen auf Portfolio-Ebene erfordern konsolidierte Pivottabellen, die bei jeder Aktualisierung neu aufgebaut werden müssen

Laut einer Studie des Bitkom arbeiten viele mittelständische Unternehmen bei kaufmännischen Auswertungen immer noch primär mit Tabellenkalkulationen. Der Aufwand, der dabei für manuelle Pflege und Fehlerkorrektur entsteht, wird häufig unterschätzt.

Kostencontrolling mit System: Was sich ändert

Der entscheidende Unterschied zwischen Excel-Controlling und einer integrierten Kostencontrolling Software liegt in der Datenbasis. Wer Zeiterfassung, Projektstruktur, Ressourcenplanung und Abrechnung auf einer Plattform betreibt, spart Exportaufwand. Vor allem aber verändert sich die Qualität der Steuerungsinformationen grundlegend.

Echtzeitstände statt Monatsrückblick

ZEP Professional stellt Soll-Ist-Vergleiche, Budgetverbrauch und Kostenentwicklung in Echtzeit bereit. Projektleiter sehen den aktuellen Stand des Projekts. Kein zweieinhalb Wochen alter Export, kein manuell konsolidierter Statusbericht.

Stundenkosten und Abrechnungslogik direkt im System

Mitarbeiterstundensätze, abrechenbare und nicht abrechenbare Zeiten sowie Kostentyplogik sind direkt in ZEP hinterlegt. Erfasste Stunden werden automatisch gegen Budgets gerechnet, ohne manuellen Zwischenschritt.

Frühwarnsystem für Budgetabweichungen

Sobald der tatsächliche Aufwand bestimmte Schwellenwerte überschreitet, werden Abweichungen sichtbar, bevor das Budget vollständig aufgebraucht ist. Das schafft Handlungsspielraum. In Festpreisprojekten ist das besonders relevant: Wer zu spät erkennt, dass eine Phase zu viele Stunden verbraucht hat, kann den Scope kaum noch nachverhandeln.

Reisekosten und Eingangsrechnungen integriert

ZEP Professional bildet interne Stunden ab und integriert zusätzlich Reisekosten und Eingangsrechnungen in das Projektcontrolling. Externe Kosten, die in klassischen Setups außerhalb des Controllings liegen, werden direkt dem Projekt zugeordnet.

Forecasting statt Rückschau

Rollierende Kostenhochrechnungen auf Basis tatsächlicher Verbräuche und verbleibender Planaufwände ermöglichen belastbare Aussagen über die voraussichtliche Projektwirtschaftlichkeit. Statt nach dem Abschluss festzustellen, dass die Marge nicht gestimmt hat, wird das schon während der Laufzeit deutlich.

Das ist besonders relevant für Entscheider auf GF- und COO-Ebene: Wer das Projektportfolio kaufmännisch steuern will, braucht Kennzahlen, die auf tatsächlichen Ist-Daten basieren. Forecasts, die auf Planwerten fußen, die niemand mehr aktualisiert hat, erzeugen ein falsches Sicherheitsgefühl.

Wann Kostencontrolling zur strategischen Notwendigkeit wird

Für kleinere Projektorganisationen ist das Argument für Software oft nicht unmittelbar greifbar. Das ändert sich, wenn bestimmte Wachstumsstufen erreicht werden.

Ab fünf parallelen Projekten werden manuelle Controlling-Prozesse instabil. Fehler häufen sich, Koordinationsaufwand steigt, und die Übersicht über den Gesamtzustand des Portfolios geht verloren.

Wenn Festpreisprojekte zunehmen, wird frühzeitiges Kostenbewusstsein zu einem wirtschaftlichen Schutzfaktor. Jede Stunde, die über dem Plan liegt, frisst Marge, die nicht mehr nachverhandelt werden kann.

Wenn Teams wachsen, steigt die Notwendigkeit, Stundenkosten differenziert zu behandeln. Unterschiedliche Senioritätslevel, Freelancer-Einsatz und Partnerressourcen müssen kostenrechnerisch richtig abgebildet werden, sonst stimmt die Projektkalkulation von Anfang an nicht.

Wenn das Management belastbare KPIs fordert, reicht Excel nicht mehr. Welche Projekte verdienen tatsächlich Geld? Welcher Kunde ist wirklich profitabel? Welche Phase eines Projekts verursacht überproportionale Kosten? Diese Fragen lassen sich mit manuell gepflegten Tabellenkalkulationen nicht zuverlässig beantworten.

Das Projektcontrolling mit ZEP Compact zeigt, wie bereits auf der Compact-Ebene erste Controlling-Strukturen aufgebaut werden, die in ZEP Professional zur vollständigen kaufmännischen Steuerung ausgebaut werden können.

Fazit: Kostencontrolling braucht eine Datenbasis, keine Disziplin

Kostencontrolling scheitert selten daran, dass Projektdienstleister nicht wissen wollen, wie ihre Projekte wirtschaftlich stehen. Es scheitert daran, dass die Datenbasis fehlt, um diese Frage verlässlich zu beantworten.

Konkrete nächste Schritte:

  1. Prüfen Sie, ob Zeiterfassung, Projektplanung und Kostenauswertung aktuell aus einer gemeinsamen Datenbasis gespeist werden oder ob Exporte und manuelle Konsolidierung nötig sind.
  2. Ermitteln Sie, wie lange es dauert, den aktuellen Budgetstatus eines laufenden Projekts zu ermitteln. Mehr als 15 Minuten ist ein klares Signal für systemischen Handlungsbedarf.
  3. Definieren Sie für Ihre kritischsten Projekte explizit, ab welcher Abweichung vom Budget eine Eskalation erfolgt, und prüfen Sie, ob Ihr System diese Abweichung automatisch meldet.
  4. Evaluieren Sie, welche Kostenbestandteile (Reise, Fremdleistungen, interne Stunden) aktuell wirklich im Projektcontrolling abgebildet sind und welche durch die Lücken fallen.

Unternehmen, die Kostencontrolling systematisch betreiben, haben keine besseren Kalkulatoren. Sie haben bessere Daten, früher.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Kostencontrolling und Projektcontrolling?

Projektcontrolling umfasst alle Steuerungsaspekte eines Projekts: Termine, Ressourcen, Qualität und Kosten. Kostencontrolling ist ein Teilbereich davon und fokussiert ausschließlich auf die Planung, Verfolgung und Analyse von Kosten. In der Praxis sind beide Disziplinen eng verknüpft, da Ressourcenplanung und Terminsteuerung direkte Kostenauswirkungen haben.

Welche Instrumente gehören zum Kostencontrolling in Projekten?

Zu den zentralen Instrumenten zählen der Soll-Ist-Vergleich auf Kosten- und Stundenebene, die Budget-Burn-Rate als Verbrauchsindikator, rollierende Kostenhochrechnungen sowie Earned-Value-Analysen. In professionellen Setups kommen Abrechnungsquoten pro Mitarbeiter und Projekt sowie Kostenarten-Differenzierungen (interne Stunden, Reise, Fremdleistungen) hinzu.

Ab wann lohnt sich Kostencontrolling Software statt Excel?

Eine pauschale Schwelle gibt es nicht, aber typische Auslöser sind: mehr als fünf parallele Projekte, ein wachsender Anteil an Festpreisprojekten, zunehmende Freelancer- und Partnerressourcen oder die Anforderung des Managements an belastbare KPIs. Sobald die manuelle Datenpflege mehr als zwei bis drei Stunden pro Woche kostet, ist Software wirtschaftlich.

Wie funktioniert Kostencontrolling bei Festpreisprojekten?

Bei Festpreisprojekten ist das laufende Kostenbewusstsein besonders kritisch, weil Budgetüberschreitungen nicht mehr an den Kunden weitergegeben werden können. Das Controlling muss frühzeitig anzeigen, ob der Aufwand im Rahmen bleibt. Dafür werden geplante Stunden pro Leistungspaket gegen tatsächliche Verbräuche gestellt, kombiniert mit einer Hochrechnung des Restaufwands.

Welche Rolle spielt die Stundenerfassung im Kostencontrolling?

Stundenerfassung ist die Grundlage des Kostencontrollings in projektbasierten Unternehmen. Ohne zeitnahe und vollständige Erfassung der tatsächlich geleisteten Stunden fehlt die wichtigste Kostengröße. Stundensätze allein reichen nicht: Erst die Verbindung aus Stundensatz und erfasstem Aufwand ergibt die tatsächlichen Projektkosten.

Wie wird Kostencontrolling in Beratungsunternehmen umgesetzt?

In Beratungsunternehmen steht die Steuerung über Utilization, Billable Days und Projektmarge im Vordergrund. Kostencontrolling bedeutet hier konkret: Abrechenbare und nicht abrechenbare Stunden werden getrennt ausgewiesen, Reisezeiten und -kosten dem Projekt zugeordnet, und die Wirtschaftlichkeit pro Mandat wird auf Basis hinterlegter Tagessätze fortlaufend überwacht.

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